Zimmerpflanzen für die Schule

von OStR J. A. Pfisterer

 

Sortimente, welche zur Illustration bzw. als Arbeitsmaterial in bestimmten Unterrichtseinheiten eingesetzt werden können.

Quelle: Topfpflanzen-Standartsortiment entsprechend dem Katalog 'Potplanten / Topfpflanzen' Bloemenbureau Holland, 1996

Zielgruppen für dieses Programm sind:

A) ÖKOLOGIE

 

A) 1. Pflanzen derHalbwüsten und Trockensteppen

    1.

Adenium obesum

Stammsukkulenz, latentes Leben
    2.

Aeonium arboreum

Blattsukulenz, verholzter Stamm
    3.

Aloe

Blattsukkulenz, Fraßschutz, Rosette
    4.

Brachychiton rupestris

Stammsukkulenz
    5.

Cactaceae

Diverse Stammsukkulenzen => Evolution
    6.

Ceropegia woodii

Sukkulenz in Hypokotyl und Blättern,
Kesselfallenblüte
=> Blütenökologie, Evolution
    7.

Corokia cotoneaster

Hartlaub
    8.

Crassula coccinea

Blattsukkulenz
    9.

Crassula 'Hottentot'

Blattsukkulenz => Evolution
    10.

Dracaena raafigata

Hartlaub
    11.

Hatiora spec.

Stammsukkulenz, dichotome Verzweigung => Evolution
    12.

Hawothia fasciata

Blattsukkulenz, Fraßschutz
    13.

Jatropha podagrica

Stammsukkulenz, latentes Leben
    14.

Kalanchoe thyrsiflora

Blattsukkulenz
    15.

Pachypodium

Stammsukkulenz, Fraßschutz, -> Evolution, Konvergenz
    16.

Sedum burrito

Blattsukkulenz
    17.

Sedum morganianum

Blattsukkulenz
    18.

Senecio rowleyanus

extreme Blattsukkulenz
    19.

Yucca elephantipes

Hartlaub

 


A) 2. Pflanzen des tropischen Regenwaldes

    1.

Adiantum hispidulum

Farn der Krautschicht
    2.

Aechmea nallyi

Epiphyt, Blattrosette
    3.

Aeschynantus lobbianus

Epiphyt, Vogelblüte => Blütenökologie
    4.

Anthurium

Schattenverträgliche Staude der Krautschicht,
Fliegenblume
=> Blütenökologie
    5.

Asplenium nidus

Epiphytischer Farn, Blattrosette => Evolution,
Konvergenz zu Bromelien
    6.

Begonia Boweri

Schattenverträgliche Staude der Krautschicht,
Täuschblume
=> Blütenökologie
    7.

Columnea hirta

Epiphyt mit Vogelblüten, vgl. 3
    8.

Ficus benjamina

Trop. Großgehölz, die Gattung Ficus enthält ca 2000 Arten mit
sehr unterschiedlichen ökologischen
Ansprüchen => Evolution
Die diversen Zuchtformen von F.benjamina => Genetik
    9.

Ficus binnendijkii

vgl. 8.
    10.

Ficus cyathistipula

vgl. 8.
    11.

Ficus deltoidea

vgl. 8.
    12.

Ficus elastica

vgl. 8.
    13.

Ficus lyrata

vgl. 8.
    14.

Ficus microcarpa
(syn. F. retusa)

vgl. 8.
    15.

Ficus pumila

Trop. Liane
    16.

Ficus sagittata

vgl. 8.
    17.

Fittonia verschaffeltii

Staude der Krautschicht mit extremer Schattenverträglichkeit
    18.

Guzmania wittmackii

epiphytische Rosettenpflanze => Evolution
    19.

Leea guinensis

Konvergenz zu Ficus => Evolution
    20.

Monstera deliciosa

Trop. Liane, vgl. 15
    21.

Musa

baumförmige Großstaude, Nutzpflanze
    22.

Nepenthes

Insektivorer Epiphyt mit zu Fallen umgewandelten Blattspreiten
und zu Phyllodien umgewandelten Blattstielen
=> Evolution
    23.

Pachira aquatica

Konvergenz zu Ficus => Evolution
    24.

Peperomia pereskiifolia

Staude der Krautschicht
    25.

Peperomia rotundifolia

Staude der Krautschicht
    26.

Philodendron mandaianum

Liane mit interessanter Anthocyan-Anpassung =>Molekulargenetik
    27.

Philodendron scandens

Liane, Konvergenz zu Monstera => Evolution
    28.

Schefflera arboricola

Konvergenz zu Ficus
    29.

Scindapsus pictus

Liane, Konvergenz zu Montsera u. Philodendron => Evolution
    30.

Selaginella apoda

Farn mit Mooshabitus
    31.

Selaginella kraussiana

anderer Habitus =>Evolution
    32.

Selaginella lepidophylla

 
    33.

Selaginella martensii

 

B) GENETIK
  Cultivarformen, deren Erscheinungsbild als Mutation eines oder weniger Gene beschrieben werden können.
 


B) 1. Cultivarformen von Ficus benjamina

  Von Wichtigkeit für den Genetikunterricht ist, daß es sich bei diesen Cultivarformen in aller Regel um SPORTS handelt, also um somatische (Einzel-)Mutationen, die im Laufe einer normalen Mitose irgendwann irgendwo an einem Zweig einer ansonsten normalen Pflanze aufgetreten ist. Der Grund für die vielen, in Kultur befindlichen Sports ist der Umstand, daß sich Ficus leicht vegetativ vermehren läßt und die Art unter Wohnzimmerbedingungen gut gedeiht.
    1.

Ficus benjamina, Normalform

Elastische Zweige, eilanzettliche Blätter mit deutlicher Träufelspitze, sattgrüne Altersblätter, hellgrüner Austrieb.
    2.

F.b. 'Bundy'

gewellte Blattspreite, sattgrün
    3.

F.b. 'Exotica'

gewellte Blattspreite, hellgrün
    4.

F.b. 'Foliole'

Längenwachstum von Blättern und Zweigen verstärkt
=> schmallanzettliche Blätter und leicht überhängende Zweige
    5.

F.b. 'Monique'

Ähnlich 'Foliole', zusätzlich gewellte Blattspreite.
    6.

F.b. 'Nastasja'

Gestauchter Wuchs, kurze Internodien, kleine Blätter
    7.

F.b. 'Citation'

Gestauchter, sparriger Wuchs, geänderte Blattform mit weichen Blattstielen
(die Blätter 'hängen')
    8.

F.b. 'Wiandii'

Gestauchter, sparriger Wuchs, sehr kurzfaseriges, bruchanfälliges Holz,
kleine Blätter.
    9.

F.b. 'Starlight'

Weißbunte Form, die Blätter sind panaschiert. Scheckungsgen oder Virusbefall.
In den weißen Blattflächen sind beide Pigmente (Chlorophyll und die Carotine) ausgefallen.
Interessante Modifikation: Die Schattenblätter haben deutlich größeren Grünanteil als die Sonnenblätter.
    10.

F.b. 'Reginald'

Gelbbunte Form, die Blätter sind teilpanaschiert, d.h. in den chlorophyllfreien Bereichen werden die Carotine noch gebildet.
 


B) 2. Farbmutationen bei Dracaena marginata

  Dracaena marginata ist in diversen Farbschlägen im Handel, der Habitus der meisten Sorten ist relativ ähnlich.
Die roten Anthocyane und die gelben Carotine plus Chlorophylle lassen sich in Dünnschichtchromatogrammen gut darstellen. Außerdem lassen sich die harten Blätter von Dracaena gut mikroskopieren (Blattquerschnitte). Die normalgrüne Wildform ist kaum im Handel.
    1.

Dracaena marginata 'Bicolor'

Grün-gelb
    2.

D.m. 'Colorama'

Grün-rot
    3.

D.m. 'Tricolor'

grüne, rote und gelbe Streifen
    4.

D.m. 'Magenta'

kräftigerer Habitus, untere Epidermis intensiv rot gefärbt
(Gen: Magenta = Fuchsinrot).
 


B) .3. Farbmodifikation bei Hortensie (Hydrangea macrophylla)

  Von der Gartenhortensie sind weiße, rote und blaue Sorten im Handel. Die blauen Sorten sind eigentlich rot, die Erde wurde vor der Blütenbildung mit Magnesium- oder Eisensulfat gedüngt. Weiße Sorten besitzen keine Farbstoffe, die Weiße Färbung erfolgt durch Totalreflektion an den diversen Zellmembranen.
   

Dunkelrote Sorten, z.B. 'Bodensee' und 'Masja' lassen sich durch rechtzeitige Zugabe der o.g. Salze zum Gieswasser zu blauen Blüten animieren. Die Farbstoffe der rotfarbenen und der blaufarbenen Blüten derselben Sorte lassen sich chromatographisch untersuchen.

 
C) BLÜTENÖKOLOGIE
 

 
Pflanzen mit interessanten Bestäubungsmechanismen

    1.

Abutilon megapotamicum

Kolibris
    2.

Abutilon sellowianum

Kolibris
    3.

Acacia armata

Fliegen, Kleinbeutler
    4.

Acalypha hispida

Fliegen, Eidechsen
    5.

Aechmea nallyi

Kolibris
    6.

Aeschynanthus lobbianus

Nektarvögel
    7.

Albitzia julibrissim

Kleinbeutler, Fledermäuse
    8.

Anthurium

Fliegen
    9.

Begonia spec.

pollenverzehrende Insekten, Täuschblume, nur die männliche Blüte
enthält Nahrung, die Griffel der
weiblichen Blüte sind gelb und
ähnlich geformt. Beide Blüten besitzen keinen Nektar.
    10.

Billbergia nutans

Kolibris
    11.

Bougainvillea glabra

Schmetterlinge, Schwärmer; interessante Brakteenbildung
    12.

Brunfeslia calycina

Schwärmer
    13.

Callistemon citrinus

Kleinbeutler
    14.

Ceropegia woodii

Solitäre Wespen, Fallenblüte
    15.

Clerodendron thomsoniae

Nektarvögel, Schwärmer
    16.

Clerodendron ugandense

Schwärmer
    17.

Columnea spec.

Kolibris
    18.

Cuphea ignea

Kolibris
    19.

Euphorbia milii

Fliegen, Eidechsen; Brakteen
    20.

Guzmania spec.

Kolibris
    21.

Hibiscus rosa-sinensis

Nektarvögel
    22.

Hoya carnosa

Hymenopteren, Fledermäuse
    23.

Kalanchoe belssfeldiana

Hymenopteren
    24.

Medinilla magnifica

Hymneopteren, Schwärmer
    25.

Pachystachys lutea

Größere Hymenopteren
    26.

Peperomia spec.

Fliegen, Käfer
    27.

Philodendron spec

Fliegen, Fledermäuse
    28.

Spathiphyllum spec

Fliegen, Käfer 
    29.

Vriesea spec 

Kolibris

Für einen Teil der Blüten und ihrer Bestäuber liegen Schnittmusterbögen vor, eine Unterrichtsbroschüre dazu ist in Vorbereitung.


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aktualisiert am 2. Januar 1997 - Armin Konrad