DNA-Extraktion aus Tomaten oder Bananen

(Methode für Schulen)

von G.Braun und Arbeitsgruppe Chemie, 6(1999)

Grundlagen: Dies ist eine grobe Methode, um DNA und RNA aus pflanzlichen Gewebe zu isollieren. Sie zeigt aber die Grundprinzipien der DNA-Extraktion aus Geweben auf. Das Gewebe wird zunächst mechanisch, die Zell- und Kernmembranen durch die Tensidwirkungen eines Haushaltsreingers zerstört. Die Zellreste werden herausgefiltert, die Nukleinsäuren gelangen durch die groben Poren eines Kaffeefilters ins Filtrat. [1]

Materialien: 250-mL-Becherglas, Kaffeefilter, Messer, 50-mL-Messzylinder, Mörser, Pipette, Pistill, Reagenzglas, Reagenzglasständer, Schneideunterlage.

Tomate o. Banane, Natriumcitrat-dihydrat, Kochsalz, Spülmittel, demineralisiertes Wasser, eiskalter Spiritus, Fuchsinscheflige Säure o. Toluidinblau, evtl. Cellulase.

Durchführung:

1. Eine halbe Tomate (oder 1/4 Banane) in feine Würfel schneiden und in ein Becherglas geben.

2. 30 mL Extraktionspuffer dazugeben.

Pufferzusammensetzung [2]:

- 44 g Natriumcitrat-dihydrat

- 8,8 g Kochsalz

- 100 mL Spülmittel

- mit Wasser auf einen Liter auffüllen.

Hinweis: Die DNA-Ausbeute kann erhöht werden, wenn eine Mischung aus Extraktionspuffer und Cellulase-Lösung (w = 2 %) im Volumenverhältnis 1 : 1 eingesetzt wird.

3. Das Gemisch 5 min lang bei Zimmertemperatur stehen lassen.

4. Den Inhalt des Becherglases mindestens 5 min lang gut zerreiben (Mörser + Pistill).

5. Die erhaltene Suspension durch einen Kaffeefilter filtrieren (kein Laborfilter!) --> Filtrat.

6. Ein Reagenzglas ca. 2 cm hoch mit eiskaltem (!) Spiritus füllen.

7. Mit einer Pipette vorsichtig etwa ebenso viel Filtrat in den Spiritus tropfen.

Die nun unlösliche DNA ist als Klumpen sichtbar.

Nach dem Isolieren des Klumpens kann die DNA mit Fuchsinschwefliger Säure oder mit Toluidinblau angefärbt werden. Der Nachweis ist positiv, wenn sich der Klumpen nach Zugabe von Wasser nicht mehr entfärben lässt.

Literatur:

[1] EIBE European Initiative for Biotechnologie Education 1997: Unit 1:Microorganismen und Moleküle,12-13

[2] A.Jungbluth:BioTech mobil, PdN-Ch.4/47.Jg.1998,28-31


Anschrift des Verfassers:

Gerhard Braun, Gymnasium bei St. Michael, Tüngentaler Str. 92, 74523 Schwäbisch Hall

eMail: braun.sha@t-online.de